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Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für Erblindungen in Deutschland. Über ein Viertel aller Menschen über 70 Jahre weisen AMD-Veränderungen an den Augen auf. Auch Diabetes und Gefäßverschlüsse können zu Netzhautveränderungen führen. Ca. 250.000 Menschen in Deutschland benötigen regelmäßig eine intravitreale Injektionstherapie, die mittlerweile zu den häufigsten medizinischen Eingriffen überhaupt zählen und ca. 1,5 Millionen Mal pro Jahr verabreicht werden.
Mit unserem Studienregister TRIGS (Treatment of Retinal Diseases in Germany) beforschen wir die bestehende Versorgungslage in Deutschland und beteiligen uns am globalen Register FightRetinalBlindness (FRB).
Knapp eine Million Menschen in Deutschland haben ein Glaukom und mindestens eine weitere Million eine Risikokonstellation wie die Okuläre Hypertension. Die Versorgungswege reichen von der medikamentösen Therapie über Laserbehandlungen bis zu vielfältigen Arten chirurgischer Eingriffe. Die Versorgungsvielfalt macht den Versorgungsmarkt für Patienten und auch für Behandler unübersichtlich. Unser Ziel ist es mit Versorgungsdaten und Erhebungen zur Patientenzufriedenheit eine empirische Basis über den Nutzen der verschiedenen Therapieoptionen zu schaffen.
Der graue Star betrifft früher oder später fast jeden Menschen. Die Prävalenz einer Katarakt beträgt 50 Prozent bei den 75jährigen und über 70 Prozent bei den über 80jährigen. In Deutschland werden jährlich ca. 1.2 Millionen Katarakt-Operationen durchgeführt, die auch der Korrektur von Fehlsichtigkeiten dienen.
Veränderten Sehgewohnheiten und Wünschen an ein brillenfreies Sehen auf Seiten der Patienten stehen neue Linsentypen gegenüber, die diesen Präferenzen entsprechen können.
Versorgungsdaten und Patientenerhebungen geben eine Übersicht über den großen Markt der Intraokularlinsenchirurgie und können die Frage mit beantworten, inwiefern die Patientenwünsche erreicht werden.
Benetzungsstörungen der Augen sind weit verbreitet und können einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen nehmen. An einem trockenen Auge leiden weltweit zwischen 5 und 34 Prozent der Menschen, nach einer älteren Studie aus den 1970er-Jahren für Deutschland wurde eine Prävalenz von 11,7 Prozent in der Bevölkerung ermittelt. Grundsätzlich ist die Häufigkeit höher bei Frauen als bei Männern. Die Ursachen und die Ausprägung des trockenen Auges sind ebenso vielfältig wie die Bereitschaft der Betroffenen sich durch eine kontinuierliche Benetzungstherapie Linderung zu verschaffen. Wir können durch app-basierte Erhebungen das Patientenerleben und Therapieverhalten erfassen und so die Versorgungssituation analysieren und zu einer besseren Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Genetisch bedingte Augenerkrankungen wie die Retinitis pigmentosa führen oftmals zu einem schleichenden Verlust von Sehfähigkeit, bei dem ein koordiniertes Zusammenarbeiten verschiedener Institutionen und Fachrichtungen wichtig ist. Wir wollen mit Patientenverbänden zusammenarbeiten, um die persönliche Situation der Betroffenen besser zu verstehen und neue Versorgungsmodelle für eine optimierte Betreuung der Patienten zu entwickeln.
Die Erfassung von Blindheit und Sehbehinderung ist in Deutschland Aufgabe der Bundesländer, die verschiedene Grundsätze und Strategien zur Gewährung von Blindengeld verfolgen. Dadurch gibt es viele verschiedene Arten der Datenerfassung und eine unübersichtliche Datenlage. Zusammen mit den Verbänden für Blindheit – und Sehbehinderung möchten wir die Informationsbasis für Blindheit und Sehbehinderung in Deutschland verbessern und eine Datenerfassung aufbauen, die es ermöglicht auch längerfristige Trends abzubilden.
Etwa jedes dritte Mädchen und jeder vierte Junge benötigt im Alter zwischen 14-17 Jahren eine Brille. Die Versorgung mit Brillen ist im Kindes- und Jugendalter daher eine wichtige Aufgabe der Ophthalmologen.
Eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) kann entstehen, wenn im frühkindlichen Alter die Sehfähigkeit eines Auges unterentwickelt ist und das Gehirn die vom Auge gesendeten Bilder nicht adäquat verarbeitet. Knapp drei Prozent aller Kinder haben eine unzureichende Sehfähigkeit bei der Schuleingangsuntersuchung. Die Prävalenz der Amblyopie liegt bei Kindern und Jugendlichen bei ca. 1,5 Prozent und kann ihre Ursache in einer unterschiedlichen Brechkraft (Anisometropie) zwischen beiden Augen oder in einem Schielfehler (Strabismus) haben. Daher ist es wichtig frühzeitig kritische Entwicklungen zu erkennen und die Sehfähigkeit mit entsprechenden Korrekturmaßnahmen zu verbessern.
Bei ca. 4-5 Prozent aller Jugendlichen liegt ein Strabismus vor, jedoch sind nur ca. zwei Drittel der Betroffenen in augenärztlicher Behandlung.
Eine möglichst schon frühkindliche augenärztliche Versorgung ist essentiell, um ein angemessenes Sehvermögen für die persönliche und schulische Entwicklung der Kinder sicherzustellen und mögliche Erkrankungen früh zu detektieren. Für viele Eltern ist es jedoch schwierig augenärztliche Termine für ihre Kinder zu bekommen, was zudem je nach Region auch unterschiedlich problematisch ist. Aus augenärztlicher Sicht tragen auch Gründe einer deutlich geringeren Vergütung als bei der Versorgung älterer Menschen zu diesem Missstand bei. Mit Surveys und Versorgungsdaten wollen wir eine empirische Basis zu der bislang eher „gefühlten“ Problematik aufbauen und dazu beitragen die ophthalmologische Versorgungssituation für Kinder in Deutschland zu verbessern.
Die Unterversorgung gerade in ländlichen Gebieten ist ein großes Problem für die Bevölkerung. Gleichzeitig ergeben sich unter anderem durch Digitalisierung und Netzwerkbildungen Möglichkeiten den Mängeln entgegenzutreten. Wir möchten die konkreten Hindernisse und Probleme identifizieren und Lösungswege entwickeln wie modellweise die augenärztliche Versorgung in der Fläche gestärkt wird.
Die demographische Alterung der Gesellschaft bringt es mit sich, dass es immer mehr ältere Menschen gibt, die auf augenärztliche Versorgung angewiesen sind. Nicht alle davon können zum Augenarzt kommen. Zugleich ermöglichen technische Neuerungen immer kleinere Untersuchungsgeräte, so dass eine augenärztliche Betreuung prinzipiell auch im häuslichen Umfeld oder in Seniorenheimen möglich ist. Wir möchten Ansätze einer mobilen augenärztlichen Versorgung durch Pilotprojekte weiterentwickeln und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit in die Regelversorgung überprüfen.
Um eine bestmögliche ophthalmologische Versorgung zu erzielen, ist es notwendig, dass das Sehen und Augenversorgung ein hohes gesundheitspolitisches Gewicht hat. Gerade hinsichtlich der demographischen Alterung, die zu einer erheblichen Zunahme der augenärztlichen Versorgungsaufgaben führt, nimmt die Bedeutung der Augenheilkunde für die Bevölkerungsgesundheit insgesamt zu. Wir möchten mit unseren Versorgungsstudien und -informationen dazu beitragen den Stellenwert und die Argumente der Augenheilkunde zu stärken, spezifische Probleme zu adressieren und Lösungswege zu erarbeiten.
Augenversorgung zu gestalten ist eine weltweite Herausforderung. Es ist nützlich den Blick über den Tellerrand der deutschen Augenheilkunde zu tun und von den Erfahrungen anderer Länder zu lernen. Wir streben daher an, Versorgungs-Daten für Deutschland auch im internationalen Kontext einzubringen und z.B. im Rahmen von globalen Registern mit weltweiten Experten zusammenzuarbeiten.